Google streicht Suchbegriffe: Künftig weniger Daten für Advertiser

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Google ist dafür bekannt, ständig an seinen Algorithmen und Strukturen zu arbeiten. Häufig konfrontiert der Internet-Gigant zudem auch Marketing-Verantwortliche relativ plötzlich mit tiefgreifenden Veränderungen. Nun ist es wieder einmal soweit, denn Google streicht in seinen Berichten nun zahlreiche Suchbegriffe. Die Folge: Es werden nur noch Suchanfragen angezeigt, die von einer hohen Anzahl an Usern gestellt wurden. Was steckt dahinter? Und wird die Optimierung von Werbebudgets dadurch erschwert?

Google ändert Berichte zu Suchbegriffen

Bisher war es so, dass Werbetreibende ihre Suchanfragen bei Google für die Planung von Werbekampagnen bis ins kleinste Detail analysieren konnten. Wie das Unternehmen nun mitteilte, ist das fortan anders. In den Berichten tauchen künftig nicht mehr alle Suchbegriffe auf, selbst wenn diese einen Klick generiert haben. Dazu Google in einem offiziellen Statement:

„Ab September 2020 enthält der Bericht zu Suchbegriffen nur Begriffe, nach denen Nutzer häufig gesucht haben. Selten verwendete Begriffe sind darin nicht enthalten, auch wenn damit ein Klick erzielt wurde. In Berichten werden dann eventuell weniger Begriffe als früher aufgeführt.“

Werbetreibende und Marketer üben Kritik

Schon kurz nach der Bekanntmachung gab es im Netz erste Stimmen, die den Schritt des Unternehmens kritisierten. Kein Wunder, denn die Advertiser haben nach dem Update für die Anpassung ihres Suchmaschinen-Marketings eine deutlich kleinere Datenbasis. Viele Experten befürchten, dass die Optimierung von Werbebudgets so insbesondere für kleinere Werbetreibende schwieriger werden könnte. Wettbewerbsnachteile gegenüber großen Unternehmen wären die auf der Hand liegende Folge.

Google hält sich mit Begründungen zurück

Seit der Veröffentlichung rauchen in vielen Büros die Köpfe über die Hintergründe. Google selbst hält sich bisher weitgehend bedeckt. Gegenüber „Search Engine Land“ äußerte ein Google Sprecher lediglich:

„Um unsere Datenschutzstandards zu erhalten, zu stärken und die User auf der ganzen Welt zu schützen, haben wir Veränderungen an den Search Terms Reports vorgenommen. Dort sind nun ausschließlich noch die Suchbegriffe vorhanden, nach denen von einer großen Zahl an Nutzer gesucht wurde. Wir werden weiterhin in neue und effiziente Möglichkeiten investieren, um Werbetreibenden Einblicke zu geben, sodass diese kritische Business-Entscheidungen treffen können.“

Was steckt hinter Googles aktuellem Update?

Dass tatsächlich große Vorteile für alle Werbetreibenden hinter dieser Entscheidung stehen sollen, stößt auf Unverständnis und ist als Erklärung eher dünn. Dem Google-Statement zufolge sieht man den Schutz von Nutzerdaten als großes Ziel. Dadurch, dass man seltene oder nur einmalig aufgetretene Suchanfragen stricht, will man die Identifikation einzelner Personen erschweren.

Möglicherweise möchte das Unternehmen aber auch die Konkurrenz auf dem Add-Markt anheizen und die Preise für Anzeigen nach oben treiben. Das wäre eine Konsequenz aus dem verhagelten zweiten Quartal 2020, nachdem die Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft bereits im ersten Quartal deutlich unter das Niveau aus dem vierten Quartal 2019 gefallen waren.

Womöglich möchte sich Google aber auch zunehmend von Keywords lösen und auf das KI-basierte „People-Based-Marketing“ umsatteln. Welche Folgen das Update für Advertiser hat, werden wir allerdings erst in einigen Monaten tatsächlich wissen.

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