ProSiebenSat.1 und Burda vereinbaren Vermarktung aus einer Hand

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Bild:prosiebensat1.de / ProSiebenSat.1 Media SE

Wenn zwei der ganz Großen aus der Medienbranche sich zusammentun, muss das einen guten Grund haben. Die Medienunternehmen ProSiebenSat.1 und Burda sind normalerweise Konkurrenten, aber wenn es angesichts mancher Social-Media-Giganten um die Werbekundschaft geht, und damit ist in dem Fall insbesondere die weibliche gemeint, werden auch mal Allianzen geschmiedet. Gemeinsam schickt man sich nun an, Mode, Schmuck und Kosmetik zielsicher an die Frau zu bringen.

Pilotprojekt „Digital Shot“

In der ProSieben-Sendung „Digital Shot“ treten nun Fotografen gegeneinander an mit dem Ziel, ihre Bilder in der Zeitschrift „Instyle“ aus dem Hause Burda veröffentlichen zu dürfen. Werbekunden dürfen laut der beiden Partner in diesem Zusammenhang einen Mix aus Print-Advertorials, Product Placements und digitalen Bausteinen erwarten. Laut Philipp Welte, Vorstandsmitglied bei Burda, stünden beide Medienunternehmen vor allem der weiblichen Zielgruppe sehr nah. Auf der Basis inhaltlicher Kompetenzen wolle man nun gemeinsame Plattformen schaffen, um diese dann für den Werbemarkt zu öffnen. Angaben zu den erhofften Zuwachsraten bei Umsatz und Ergebnis gab es bislang aber noch nicht.

Ein weiteres Projekt wird rund um die Sendung „Germany’s next Topmodel“ aufgebaut. Hier kooperiert erneut der Sender ProSieben mit der Burda-Zeitschrift „Elle“. Gesucht wird dabei ein Model für eine Modestrecke in der Zeitschrift. Das zugehörige Interview mit den Teilnehmerinnen wurde von der Chefredakteurin der Zeitschrift „Bunte“ geführt. Und noch eine dritte Zeitschrift ist mit im Bunde: Die Siegerin des Topmodel-Wettbewerbs darf auf die Titelseite von „Harpers Bazaar“.

Partner wollen Werbemarkt zurückerobern

Zu Beginn soll die Zusammenarbeit auf den Bereich „Fashion & Beauty“ fokussiert werden, wozu die gemeinsame digitale Vermarktung ausgebaut werden soll. Man wolle aus der Perspektive des Kunden schauen und auf dieser Basis mediale Kanäle und Fähigkeiten entwickeln, die dann maßgeschneiderte Kommunikationslösungen ermöglichen sollen. Dabei ginge es jedoch weniger um Mengenrabatte für Werbekunden, sondern eher darum, ein einheitliches und für die verschiedenen Kanäle passendes Angebot zu entwickeln.
Mithilfe dieser Kooperation wollen die beiden Unternehmen, die eigentlich um Werbekunden konkurrieren, gegen Google und Facebook wieder Boden gutmachen. Laut Welte habe allein Facebook im Jahr 2017 in Deutschland mehr Werbung umgesetzt als alle Publikumszeitschriften des Landes zusammen.

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