Online-Werbemarkt: Amazon Marketing Services könnte Google AdWords ernsthafte Konkurrenz machen

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Bild:© Denys Prykhodov - Fotolia.com

Amazon wird in den kommenden Jahren den Online-Werbemarkt verändern, wie es zuletzt die Einführung von AdWords durch Google getan hat. Das prophezeit Marc Aufzug, der Geschäftsführer der Firma factor-a, die Händlern zu mehr Sichtbarkeit und Verkäufen auf Amazons Marktplatz verhilft. Der erste Schritt dazu ist seiner Meinung nach mit dem Start von Amazon Marketing Services (AMS) getan.

Amazon löst Google als Produktsuchmaschine ab

Aus Sicht Aufzugs bietet AMS gegenüber AdWords oder Werbung auf Facebook gleich zwei entscheidende Vorteile: Zum einen besitze Amazon als Online-Händler mehr Daten über die Vorlieben der Käufer als die Konkurrenz, zum anderen werden über die Werbeanzeigen auf dem Marktplatz direkt Menschen erreicht, die in diesem Moment ohnehin nach einem Produkt suchen. Dadurch soll die Konversionsrate deutlich höher ausfallen, was das Marketing effektiver macht.

Einen weiteren Grund für die wachsende Rolle auf dem Werbemarkt sieht Aufzug im veränderten Suchverhalten. Weil der Online-Konzern häufiger als Produktsuchmaschine verwendet wird, macht es aus seiner Sicht für Händler immer weniger Sinn, sich auf Google oder Facebook zu stützen. Als Beleg sieht er den sich in den USA abzeichnenden Trend, dass Kaufinteressierte in der Mehrzahl ohne Umwege Amazon ansteuern. In 55 Prozent der Fälle beginnt laut Erhebungen die Suche nach passenden Angeboten direkt beim Online-Händler, während Google nur noch für 34 Prozent die erste Anlaufstelle ist.

Günstigere Anzeigen als bei AdWords

Seinen Kunden empfiehlt der Amazon-Experte deshalb, sich möglichst frühzeitig mit den Möglichkeiten von AMS auseinanderzusetzen. Das soll sich auch in puncto Werbekosten auszahlen. Weil die Plattform noch jung ist, fällt die Konkurrenz um Werbeplätze momentan noch gering aus, was in niedrigen Klickpreisen resultiert. Teilweise werde bei relevanten Keywords nur ein Viertel dessen fällig, was bei Google üblich ist. Zudem können jetzt gesammelte Erfahrungen laut Aufzug einen uneinholbaren Vorteil gegenüber Konkurrenten bringen. Einen Punk sollte man dabei jedoch nicht übersehen: Ohne eine optimierte Produktseite wird AMS den Erfolg bei Amazon kaum verbessern können und mehr kosten, als nötig wäre. Kunden müssen Argumente finden, die sie davon überzeugen, das richtige Produkt gefunden zu haben. Nur dann können Anzeigen die Umsätze steigern.

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