Der tiefe Fall eines Einhorns: Adtech-Startup Ve Interactive ist insolvent

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Bild:veinteractive.com / Ve Interactive

Vom Himmel auf direktem Weg in die Hölle – dies hat jetzt das britische Adtech-Startup Ve Interactive erlebt. 2016 noch mit 1,5 Milliarden Pfund bewertet und als „Unicorn“ gefeiert, kam im Anschluss die große Krise. Nun hat das Management die Reste des Unternehmens für schlappe zwei Millionen Pfund gekauft.

Geldspritze im März kam zu spät

Das 2009 gegründete Unternehmen bietet Tools für Webshops an, die verhindern sollen, dass Kunden einen Kauf vorzeitig abbrechen. Doch die Umsätze konnten mit den hohen Erwartungen niemals Schritt halten. Wie der britische Telegraph berichtet, seien die Umsätze sehr viel langsamer gewachsen als erwartet. Selbst eine Geldspritze im März half nicht mehr – das Unternehmen musste erst eine massive Abwertung verkraften, anschließend wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Mit dem Kauf der Reste der Firma wollen die neuen Eigentümer nun versuchen, die weltweit rund 250 Arbeitsplätze zu sichern.

Deutsche Mitarbeiter nicht betroffen

Auf die 45 deutschen Mitarbeiter von Ve Interactive am Standort Berlin sollen die Turbulenzen rund um den Mutterkonzern allerdings keine Auswirkungen haben. Wie das Unternehmen dem Online-Magazin „Gründerszene“ mitteilte, sei die Ve Interactive DACH GmbH zu keinem Zeitpunkt von dem Insolvenzverfahren betroffen gewesen. Daher werden sich für Mitarbeiter und Kunden nichts ändern. Zu diesen gehören hierzulande u.a. Schwergewichte wie Otto, Air Berlin und 1&1. Ganz anders sieht die Situation übrigens bei Mitbewerber Yieldify aus, der sich jetzt in einer neuen Finanzierungsrunde frische Geldmittel in Höhe von 6 Millionen Dollar beschaffen konnte.

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