Twitter-Übernahme: Google, Microsoft und Disney sollen Interesse an Microblogging-Dienst haben

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Bild:flickr.com / Twitter

Nach einem fulminanten Start geht es beim Microblogging-Service Twitter in den letzten Monaten bergab. Schwache Geschäftszahlen lassen den Aktienkurs sinken und machen den Online-Konzern, den harte Stimmen bereits als Auslaufmodell geißeln, mittlerweile für Konkurrenten interessant. Angeblich sollen unter anderem Google und Disney eine Übernahme erwägen.

Google lässt Kauf von Investmentbank durchrechnen

Einem Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ zufolge zeigt gerade der Suchmaschinenbetreiber ernstes Interesse und soll die Investmentbank Lazard engagiert haben, um den Kauf durchzurechnen. Als wichtigster Grund gilt der enorme Datenschatz Twitters, aber auch Googles bislang erfolgloser Kampf um die Etablierung eines eigenen Sozialnetzwerks. Mit Google Plus konnte man den Marktführern keine ernst zu nehmende Alternative entgegensetzen. Gleichzeitig würde Googles-Videoportal Youtube vom Zukauf profitieren. Twitter besitzt eine Live-Streaming-App, mit der Youtube-Nutzer Videos ohne Verzögerung aufnehmen, veröffentlichen und über Twitter bewerben könnten.

Dieses Potenzial als Videoplattform soll auch der Grund für Disneys Interesse sein. Nachdem der Hauptgeschäftsbereich Kabelfernsehen auf dem Rückzug ist, könnte der Medienkonzern Twitter zu einer neuen Vertriebsplattform für die eigenen Inhalte weiterentwickeln. Außerdem würde man als Betreiber des Sportkanals ESPN davon profitieren, dass sich Twitter die weltweiten Rechte an den Spielen der US-Football-Liga NFL gesichert hat. Dass die Wirtschaft zunehmend Werbegelder in soziale Netzwerke investiert, zu deren Betreibern Disney nach dem Kauf von Twitter gehören würde, könnte als weitere Motivation dienen. Dazu müsste Disney aber neben Google vermutlich noch andere Konkurrenten ausstechen. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Microsoft und Salesforce ebenfalls ein Angebot abgeben werden, da Twitter auch für sie aus technischer Sicht und als Kommunikationskanal interessant sein könnte.

Twitter sucht ebenfalls aktiv nach Interessenten

Sollte sich tatsächlich ein Käufer finden, dürfte die Übernahme nicht mehr lang auf sich warten lassen. Der US-Finanzsender CNBC geht davon aus, dass diese binnen der nächsten sechs Wochen beschlossene Sache sein wird. Twitter selbst trägt dazu bei. Für die Suche nach potenziellen Käufern soll man laut CNBC die Investmentbank Goldman Sachs engagiert haben.

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