Nutzungsstudie: Kids der „Generation Z“ sind Medienprofis

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Bild:pixabay.com / natureaddict

Sie laufen mit gesenkten Köpfen durch die Straßen, starren im Bus mit gebeugtem Nacken auf ihr Smartphone und machen auch zuhause nichts anderes mehr. Das wirft man gerne der „Generation Z“ vor, also den Jahrgängen 1995 bis 2010. Eine Mediennutzungsstudie der Bauer Media Gruppe und des Jugendmagazins Bravo räumt überraschenderweise mit diesem Vorurteil auf und stellt der Generation Z ein hervorragendes Zeugnis als „Medienprofis auf allen Kanälen“ aus.

Das Internet ist das bestimmende Medium

Wie auch bei der Generation X und Y ist das Internet auch bei den befragten 10- bis 19-Jährigen das bestimmende Unterhaltungs- und Informationsmedium. So weit, so erwartet. Wirklich überraschend ist jedoch die Tatsache, dass auch die als vollkommen digitale Generation verschriene Generation Z crossmedialer unterwegs ist, als es so mancher glauben möchte. Über 80 Prozent der befragten Teenager gaben etwa an, neben dem Internet und sozialen Netzwerken auch noch regelmäßig das Fernsehen zu nutzen. Beim Radio sind es immerhin noch 68 Prozent der Mädchen und 65 Prozent der Jungen.

Was die Initiatoren der Studie ganz besonders freuen dürfte, ist die Tatsache, dass auch die gerne als „Totholzmedien“ bezeichneten Zeitschriften und Bücher trotz Digitalisierung noch immer eine tragende Rolle spielen. Immerhin 72 Prozent aller befragten Mädchen gaben an, noch regelmäßig Magazine zu lesen, die beispielsweise Sport, Mode oder das Hobby betreffen. Auch der Anteil der Leserinnen von Printbüchern ist in der Generation Z trotz E-Readern und Lese-Apps für Smartphones und Tablets mit 67 Prozent noch recht hoch.

Bei den Jungen sieht das Ganze schon wieder anders aus. Hier lesen aktuell noch 60 Prozent Zeitschriften und 48 Prozent Bücher auf Papier. Das liegt wohl einerseits daran, dass Jungen schon immer weniger gelesen haben als Mädchen und andererseits auch an der vielleicht etwas höheren Technikaffinität. Tageszeitungen hingegen verlieren bei beiden Gruppen massiv an Bedeutung. Das ist verständlich, denn bevor die Zeitung mit den Meldungen vom Vorabend im Briefkasten landet, sind die News für die Kids schon wieder „kalter Kaffee“.

Generation Z nutzt Medienkanäle unterschiedlich

Der Studie der Jugendzeitschrift nach zu urteilen, nutzen die jungen Menschen sowohl neue als auch alte Medienkanäle. Dabei hat jeder Medienkanal seinen bestimmten Anwendungszweck, der den jeweiligen Vor- und Nachteilen entspricht. Während das Fernsehen beispielsweise bei der Aufnahme tagesaktueller Neuigkeiten bei 70 Prozent der Mädchen und 66 Prozent der Jungen eine Rolle spielt, sind Online-Medien bei individuellen Themen wie Ausbildung und Beruf ganz vorne. Zeitschriften und Magazine hingegen werden beispielsweise als sehr hochwertige Informationsquelle für Hobby und Freizeit genutzt. Keine Generation geht also derart „professionell“ mit den verfügbaren Medien um wie die Medienprofis aus der Generation Z.

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