Apples geheimes Autoprojekt: Wollte Ex-Mitarbeiter für China spionieren?

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Bild:pixabay.com / hzv_westfalen_de

Seit Jahren wird darüber spekuliert, was genau Apple mit seinem Roboterauto-Projekt plant. Dass der Konzern unter dem Codenamen „Project Titan“ an einer entsprechenden Technik für selbstfahrende Autos arbeitet, ist bekannt. Details hielt Apple bisher jedoch streng geheim. Jetzt liefert eine Untersuchung der amerikanischen Bundespolizei FBI Hinweise auf die Dimension des Vorhabens. Rund 5.000 Mitarbeiter sollen demnach in das Projekt involviert sein. Einer von ihnen steht unter Verdacht, Geschäftsgeheimnisse ausspioniert zu haben. Nach Berichten verschiedener Nachrichtenagenturen soll er vorgehabt haben, diese an ein chinesisches Start-up zu verraten.

Betriebsspionage in letzter Sekunde verhindert

Die Behörden nahmen Xiaolang Zhang Anfang Juli diesen Jahres am Flughafen im kalifornischen San José fest, als er mit einem Last-Minute-Ticket nach China reisen wollte. Der Vorwurf: Betriebsspionage. Der Ingenieur hatte nach seiner Rückkehr aus der Elternzeit Ende April seinen Job bei Apple gekündigt. Offiziell, um seine kranke Mutter in China zu pflegen. Doch beiläufig erwähnte Zhang, dass er dort für den chinesischen Elektroauto-Entwickler Xiaopeng Motors arbeiten wolle, heißt es in der Anklageschrift des FBI.

XPENG G3 © xiaopeng.com / Xiaopeng Motors

Apple wurde misstrauisch. IT-Spezialist Zhang designte und testete für das geheime Autoprojekt Computerplatinen und hatte Zugang zu vertraulichen Informationen. Xiaopeng Motors in China entwickelt ebenfalls Elektrofahrzeuge. Dem Start-up wird von Wirtschaftsexperten eine große Zukunft im Bereich der Elektromobilität vorausgesagt. Sie schätzen den Wert des Unternehmens auf umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro.

XPENG G3 © xiaopeng.com / Xiaopeng Motors

Apples Sicherheitsabteilung leitete daraufhin eine Untersuchung ein und stellte fest, dass Zhang zuvor in großem Stil technische Dokumentationen heruntergeladen hatte, wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf das FBI berichtet. Teilweise soll er die Daten auf den Laptop seiner Frau überspielt haben. Die Rede ist von mehreren Dutzend Gigabyte. 60 Prozent davon seinen „hochproblematisch“, zitiert der „Spiegel“ die amerikanische Bundespolizei. Unter anderem enthielten sie Informationen über Prototypen. Das FBI hat nun Anklage gegen Xiaolang erhoben. Xiaopeng Motors teilte in einer Stellungnahme mit, es gäbe keine Hinweise darauf, dass man Informationen von Apple erhalten habe.

Apples Roboterauto-Projekt: 5.000 Mitarbeiter eingebunden

Der Fall Zhang förderte Details über das Autoprojekt zu Tage, die Apple um jeden Preis geheim halten wollte. Aus der Untersuchung des FBI geht hervor, dass rund 5.000 Apple-Mitarbeiter eingeweiht sind. Gut die Hälfte von ihnen soll Zugang zu zwei vertraulichen Datenbanken haben.

Der iPhone-Konzern soll zunächst an einem eigenen Auto gearbeitet haben. Auch ein Prototyp wurde bereits produziert. Danach konzentrierte sich Apple darauf, Software zum autonomen Fahren zu entwickeln. In Kalifornien registrierte das Unternehmen mehrere Dutzend Testwagen. Mehr als 50 Firmen sollen dem Bericht zufolge Lizenzen erhalten haben, Roboterwagen zu testen. Wie amerikanische Medien melden, entwickelt Apple in seinem „Project Titan“ zudem eigene Chips für die Roboterautos. Laut einem internen Papier, aus dem die Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert, soll Apple im Laufe des Projekts bereits 29 Mitarbeiter entlassen haben. Sie alle standen in Verdacht, Details auszuspionieren.

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